Es gibt kaum eine Situation, in der ein Hund so vollständig angefasst wird wie bei der Fellpflege. Jede Pfote, beide Ohren, der Bauch, die Haut unter dem dichten Fell. Beim Streicheln auf dem Sofa kommt man da selten hin.
Darum fällt bei der Pflege oft auf, was sonst verborgen bleibt: ein paar schwarze Krümel, die sich als Flohkot entpuppen, eine gerötete Stelle oder ein Knoten, der letzten Monat noch nicht da war. Meist ist das harmlos. Manchmal aber ist es der Grund für einen Tierarztbesuch, der früh genug kommt.
Dann sind da die Krallen. Dass man sie auf dem Parkett klicken hört, nehmen viele als Alltagsgeräusch hin. Tatsächlich ist es ein Zeichen, dass sie zu lang sind. Bleiben sie es, können sie sich einrollen, beim Gehen schmerzen und auf die Zehengelenke drücken.
Auch die Ohren sind interessanter, als man denkt. Der Gehörgang des Hundes führt erst nach unten und knickt dann zur Seite ab. Was dort hineingerät, findet schlecht wieder heraus. Darum sind Hunde so anfällig für Ohrenentzündungen, besonders jene mit Hängeohren.
Vielleicht das Wichtigste an der Regelmässigkeit hat aber gar nichts mit dem Fell zu tun. Ein Hund, der Pflege als etwas Gewohntes kennt, bleibt dabei gelassen. Wer dagegen nur einmal im Jahr mit einem völlig verfilzten Fell auf dem Tisch steht, erlebt Stunden, die er nicht mag, und merkt sich das. Ein kleiner Knoten ist schnell gelöst, eine verfilzte Flanke nicht.